Proteste gegen soziale Ungerechtigkeit in Presse ignoriert

Am Sonntag, 15. Mai, gab es in Spanien in rund 50 Städten große Demonstrationen gegen staatliche Bankenrettungen, Jugendarbeitslosigkeit, sinkende Löhne und das politische Zwei-Parteien-System. “Wir sind keine Waren in den Händen von Bankern und Politikern”, riefen Tausende Demonstranten in Madrid, Granada und anderswo. Das Seltsame: Über die Massenproteste wurde in den Medien kaum berichtet. Informationen erhält man hierzu nur im Social Web.

So ist der Begriff #spanishrevolution sogar bei Twitter Deutschland einer der Top Trending Topics. Das bedeutet, dass sehr viele Menschen bei Twitter diesen Begriff eingeben und weiterleiten. Im spanischen Twitter gibt es sogar noch eine ganze Reihe differenzierterer Topics, also Themen, die bei Twitter im Sekundentakt die Runde machen: #nonosvamos oder #yeswecamp. Erstes heißt frei übersetzt soviel wie “jetzt reicht’s”, letzteres ist eine Anspielung auf den Slogan Barack Obamas bei seiner Wahl zum US-Präsidenten: “Yes, we can”.

Am Montag, 16. Mai gab es ein Sit-in hunderter Aktivisten auf dem zentralen Platz Puerta del Sol in Madrid. Ins Leben gerufen wurden die Aktionen, die sich in Spanien im Laufe der Tage noch über weitere Großstädte erstreckten von der Jugend-Organisation Democracia Real Ya. Auf YouTube sind eindrucksvolle Videos der Protestaktionen zu sehen, Twitter und Facebook quellen über vor Mitteilungen zu dem Thema, auf der Online-Foto-Plattform Flickr gibt es zahlreiche Bilder, die u.a. zeigen, wie Polizisten hart gegen einige Demonstranten vorgehen.

Wer sich nur aus seiner Tageszeitung, der Tagesschau oder einem deutschen Mainstream-Nachrichtenangebot im Internet informiert, erfuhr davon nichts. In deutschen Online-Medien findet sich zu dem Thema erst Tage später nur eine dürre, siebenzeilige dpa-Meldung, dass in Spanien tausende Menschen gegen hohe Arbeitslosigkeit und für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße gegangen sind. Demnach ist in Spanien jeder fünfte Erwerbsfähige ohne Arbeitsplatz und die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent.

Das kommende Formel-1-Rennen in Barcelona, das Zerschlagen eines spanischen Doping-Netzwerks und die Frage, ob Miro Klose vom FC Bayern zum FC Valencia wechselt, war deutschen Medien weitaus größere und prominent platzierte Storys wert.

Auch die “Tagesschau”, in der traditionell über jeden Ostermarsch mit ein paar hundert Teilnehmern lang berichtet wird, blendete das Thema Proteste in Spanien komplett aus. Im Netz machten sogleich Verschwörungstheorien die Runde, dass ein Kartell aus Politik und Massenmedien möglicherweise verhindern will, dass die spanische Bewegung auf den Rest Europas überschwappt. Man könnte das Phänomen aber auch weitaus banaler mit einer Art negativem Herdentrieb erklären. So lange die Proteste nicht direkt vor der eigenen Haustür stattfinden, spanische Medien den Ball flach halten und kein großes Leitmedium auf die Berichterstattung aufgesprungen ist, wird die Sache erst einmal ignoriert. Eigentlich wäre dies ein Fall für die von großen Medienhäusern oft so gelobten Auslands-Korrespondenten gewesen. Für die Glaubwürdigkeit und den immer wieder formulierten, hohen Qualitätsanspruch der traditionellen Medien ist die Blindheit in Bezug auf die Vorgänge in Spanien schlicht ein Armutszeugnis.

Quelle : http://meedia.de/

Und weil das so ist,mit „unseren Qualitätsmedien“ :

Spanien wird von einer Protestwelle erfasst. Die großen Plätze der Städte wurden durch Demonstranten besetzt. Viele Menschen übernachten in Zeltlagern. Sie beklagen sich über zunehmende Armut oder gar Hunger. Sie fordern Arbeitsplätze sowie demokratische Reformen. Inspiriert werden sie teilweise durch die Bilder von dem Tahrir Square in Cairo.

Die Revolution ist da.Viva la Revolucion…


Wo es kein Brot gibt,da gibt es auch keinen Frieden !!!

Und wer kann sich als einziger wieder nicht benehmen??

Twitter

http://twitter.com/#!/rafaelwv

#spanishrevolution

#acampadasol

#yeswecamp
#nonosvamos
Live-Streams: