Eric Corley vom Hackermagazin 2600 sieht die US-Szene der Hacker und Cyberkriminellen fest im Griff des FBI. Jeder Vierte stünde bereits auf der Gehaltsliste der Bundespolizei.

Ein Viertel aller Hacker und Cyberkriminellen arbeitet als Informant für das FBI oder den Secret Service. Das berichtet der britische Guardian unter Berufung auf Eric Corley, den Herausgeber des Hackermagazins 2600. „Durch die harten Strafen und die relative Unerfahrenheit mit dem Gesetz sind viele Hacker sehr anfällig für Einschüchterungen“, sagte Corley dem Guardian.

Durch die starke Unterwanderung herrsche Paranoia und Misstrauen in der Szene. In einigen Fällen würden viel genutzte illegale Foren, in denen Cyberkriminelle gestohlene Identitäten und Kreditkartendaten handeln, von FBI-Maulwürfen selbst betrieben. In anderen Fällen wurden durch Undercover-Agenten, die sich selbst als Kreditkartendatendiebe ausgaben, dutzende Menschen ins Gefängnis gebracht, erklärte Corley. Auch John Young, der Betreiber der Whistleblower-Plattform Cryptome, geht davon aus, dass die Hackerszene stark von staatlichen Informanten unterwandert ist.

Auch das Aktivistenkollektiv Anonymous sei durch FBI und Secret Service bereits stark unter Druck geraten. Der Journalist Barrett Brown, der als Sprecher von Anonymous agiert hatte, sagte der Zeitung. „Das FBI ist immer gegenwärtig. Sie beobachten immer, sind immer in den Chatrooms. Du weißt nie, wer ein Spitzel ist und wer nicht, und insofern ist man verwundbar“.

Ende Mai 2011 waren Pläne bekannt geworden, nach denen das US-Verteidigungsministerium Angriffe über das Internet aus dem Ausland künftig mit konventionellen Militärschlägen beantworten will. Nach der neuen US-Cyberstrategie könne auch ein Angriff auf Computersysteme des Landes oder Cybersabotage als kriegerischer Akt betrachtet werden. „Wenn ihr unser Stromnetz lahm legt, dann feuern wir vielleicht eine Rakete auf eure Industrieanlagen ab“ sagte ein US-Offizier.

Quelle : http://www.golem.de