07. 06. 2011 | Von: kh

baettig_dominiiqueVom 9. bis 12. Juni findet im Suvretta House, einem Luxushotel in St. Moritz, die 58. Bilderberger-Konferenz statt. Nur einen Kilometer entfernt liegt das wesentliche bescheidenere Hotel Randolins, wo am Freitag, den 10 Juni, eine Informations-Veranstaltung über das berüchtigte Treffen stattfinden wird. Zu den Vortragenden gehören zwei Nationalräte der Schweizerischen Volkspartei. Der ebenfalls der SVP angehörige Nationalrat aus dem Kanton Jura, Dominique Baettig, hat bereits eine Interpellation zum Thema eingereicht. Großräumige Absperrungen während des besagten Zeitraumes sind nicht geplant. Protest- bzw. Störungsaktionen sind keineswegs auszuschließen.

Obwohl es bis dato an einer offiziellen Bestätigung mangelt, dürfte das luxuriöse Suvretta House als Austragungsort des diesjährigen Bilderberg-Treffens feststehen. Das Hotel gilt saisonbedingt bis zum 25. Juni als geschlossen. Bei telefonischen Anfragen wird die Tagung mit Prominenz aus aller Welt weder bestätigt noch dementiert.

Einem Bericht bei Südostschweiz.de zufolge, wird der Ort St. Moritz, der Konferenz wegen, keine Verkehrsbehinderungen erfahren, von möglichen Staus am An- bzw. Abreisetag abgesehen.

st_moritz_karteIm gleichen Artikel wird auf eine Informationsveranstaltung mit dem Titel „Freie Schweiz wohin?“ am Freitag Abend verwiesen. Als Vortragende werden Lukas Reimann und Pirmin Schwander, beide Nationalräte der Schweizerischen Volkspartei, genannt. Das für diese Veranstaltung gewählte Hotel Randolins (A) liegt nur einen Kilometer vom Suvrette House (B) entfernt, wo zur gleichen Zeit Könige, Politiker, Banker, CEOs und Medienzaren „privat und informell“ Ideen austauschen. Mit direkten Störungen der Bilderberger-Konferenz ist jedoch kaum zu rechnen, da der Bereich von Hunderten von bewaffneten Sicherheitskräften abgeriegelt sein wird.

Zwar sind keine Ankündigungen geplanter Demonstrationen bekannt, doch ist zu hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass eine bislang schwer abzuschätzende Zahl von Menschen nach St. Moritz reisen wird, um ihrem Protest gegen das Geheimtreffen Ausdruck zu verleihen.

Wie u. a. auch von 20min.ch berichtet wird, reichte der jurassische SVP-Nationalrat Dominique Baettig bereits eine offizielle Regierungsanfrage (Interpellation) zum Thema Bilderberger ein. Wie die genannte Online-Zeitung schreibt, stößt sich Baettig daran, dass „Leute aus Wirtschaft und Diplomatie über die Globalisierung sprechen, ohne dass die Öffentlichkeit wissen darf, was beschlossen wurde“. Auch äußerte der Politiker Befürchtungen, dass sich ultraliberaler Freihandel zum Schaden der heimischen Wirtschaft auszuweiten droht und, dass eine einheitliche Weltwährung geplant sein könnte. Das Gerüst für eine solche wäre seit langem gegeben. Seit 1969 existiert eine kaum bekannte künstliche Währung, genannt Sonderziehungsrechte, die vom Internationalen Währungsfond herausgegeben wird.

Weniger Geheimnisse an der Bilderberg-Konferenz in St. Moritz

Wenn sich ab Donnerstag in St. Moritz die Gäste der Bilderberg-Konferenz versammeln, soll das Treffen nicht mehr so geheim wie früher über die Bühne gehen. Kritiker wollen die verschwiegene Veranstaltung ans Licht der Öffentlichkeit zerren.

Im «Suvretta House» soll am Donnerstag die Bilderberger Konferenz stattfinden.

Im «Suvretta House» soll am Donnerstag die Bilderberger Konferenz stattfinden.

St. Moritz. – Für die einen ist es eine Art «Weltregierung», andere halten die jährlich stattfindenden Bilderberg-Konferenzen schlicht für einen überholten, elitären Gesprächszirkel. Klar ist: Teilnehmende sind einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Adel, Wirtschaft, Militär und Medien.

Bilderberg lautet der Name eines Hotels im holländischen Oosterbeek, wo sich die Gruppe 1954 zum ersten Mal versammelte, um die Beziehungen zwischen Westeuropa und den USA zu stärken. Seither ranken sich zahlreiche Gerüchte und wilde Verschwörungstheorien um diese Treffen.

Banker Ackermann wiederholt dabei

Die Teilnehmerlisten werden zwar im Anschluss veröffentlicht. Der Club der Bilderberger ist aber verschwiegen, Informationen dringen keine nach aussen. Alt Bundesrat Christoph Blocher nahm Spekulationen die Brisanz, als er zu diesen Konferenzen einmal sagte, «etwas Harmloseres» habe er noch nie gesehen.

Die Listen der jeweils über 100 Teilnehmer sind gespickt mit prominenten Namen. Der frühere US-Aussenminister Henry Kissinger war mehrmals dabei, Bill Clinton war mit von der Partie, die niederländische Königin Beatrix, der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi sowie die früheren deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder.

Keine Sperren

Auch der Schweizer Top-Banker Josef Ackermann war wiederholt bei den Bilderbergern. Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella besuchte das Treffen letztes Jahr in Spanien.

Ob die Bilderberg-Gruppe sich ab Donnerstag bis Sonntag tatsächlich zum fünften Mal auf Schweizer Boden und in St. Moritz trifft, wird nicht bestätigt. Im Luxushotel «Suvretta House», wo die Veranstaltung stattfinden soll, hilft eine Anfrage nicht weiter. Er könne nur sagen, dass das Hotel am 25. Juni öffne, erklärte der Chef de reception.

Janom Steiner und Schmid eingeladen

Die Bündner Justizdirektorin Barbara Janom Steiner bestätigte, mit Regierungspräsident Martin Schmid zur Konferenz eingeladen worden zu sein. Bestätigt wurde zudem, dass der Kanton Graubünden für den Schutz völkerrechtlich geschützter Personen zuständig ist.

Die Bevölkerung von St. Moritz wird vom Treffen wahrscheinlich nicht viel mitbekommen. Innerorts sind keine Verkehrsbehinderungen oder Sperren zu erwarten. Mit einem gewissen Mehrverkehr ist laut Auskunft bei der Kantonspolizei Graubünden bei der Anreise und der Abreise der Konferenzteilnehmer zu rechnen.

Gegenveranstaltungen

Im Engadin soll sich der Club der Mächtigen und Einflussreichen aber nicht mehr unbemerkt von der Öffentlichkeit versammeln können. Im Hotel «Randolins», nicht weit von der Luxusherberge «Suvretta House» entfernt, ist am Freitagabend unter dem Titel «Freie Schweiz wohin?» eine Informationsveranstaltung über die Bilderberger und ihren Einfluss geplant. An dieser Veranstaltung, die mitgetragen wird von der Jungen SVP, treten die SVP-Nationalräte Lukas Reimann und Pirmin Schwander auf. Unter SVP-Mitgliedern finden sich scharfe Kritiker der Bilderberger. Der jurassische Nationalrat Dominique Baettig schiesst seit Monaten aus allen Rohren und reichte eine Interpellation zur Konferenz ein.

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums haben die Juso zu einem «Demokratiekongress» aufgerufen. Die von der Gemeinde bewilligte Platzkundgebung findet am Samstagnachmittag auf dem St. Moritzer Dorfplatz statt. Juso-Schweiz-Präsident David Roth und Lukas Horrer, Vorsitzender der Juso Graubünden, sind als Redner angekündigt. (sda)

Quelle: suedostschweiz.ch