Das Raketenschiff Monterey der US-Navy, das am amerikanischen Raketenschild in Europa teilnehmen wird, ist in den rumänischen Hafen Constanza eingelaufen, teilt die Zeitung „Romania Libera“ mit.

Das Schiff soll ein halbes Jahr im Mittelmeer bleiben und dabei einige Aufgaben des künftigen Einsatzes im Rahmen des Raketenabwehrsystems üben. Die dabei gewonnenen Informationen sollen bei der Arbeit an Empfehlungen für die künftigen Raketenschild-Einsätze helfen.

In Constanza soll das Schiff laut der rumänischen Zeitung drei Tage verbringen. Vor einem Monat hatte der rumänische Präsident Traian Basescu bekanntgegeben, Washington und Bukarest hätten eine Einigung über die künftige Stationierung von Teilen des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Rumänien erzielt. Für diese Zwecke werde der ehemalige Luftwaffenstützpunkt Deveselu im Süden des Landes bereitgestellt. Dort sollen rund 200 US-Armeeangehörige stationiert werden. Notfalls könne die zahlenmäßige Stärke dieser Einheit auf 500 erhöht werden.

Im März 2010 hatte der rumänische Präsident angekündigt, bis 2015 würden drei Batterien mit insgesamt 24 Raketenstartrampen in Rumänien stationiert.

Russland reagierte negativ auf die Absicht der USA, Teile ihres Raketenschilds in Rumänien zu stationieren, und forderte von den Vereinigten Staaten eine ausschöpfende Erklärung. Der US-Botschafter in Moskau, John Byerlee, bestätigte darauf erneut, die amerikanischen Abfangraketen SM-3, die in Rumänien stationiert werden sollen, seien nicht gegen Russland gerichtet. Auch der rumänische Präsident Basescu betonte mehrmals, der rumänisch-amerikanische Raketenabwehrvertrag sei nicht gegen Russland gerichtet.

General Andrej Tretjak, Chef des Hauptoperativstabs des russischen Generalstabs, stellte am 20. Mai fest: „Die erste und die zweite Etappe der Stationierung von Teilen des US-Raketenschilds, die bis 2015 erfolgen sollen, stellen keine ernsthafte Bedrohung für die nuklearen Eindämmungskräfte Russlands dar“. Die Situation ändere sich allerdings radikal bei einer Umsetzung der 3. und der 4. Etappe, die nach 2015 realisiert werden sollen.

Bereits am 13. Mai hatte der russische Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow mitgeteilt, dass russische Militärs an einem Aktionsplan für den Fall einer Stationierung von Teilen des Raketenabwehrsystems in der Nähe der russischen Grenzen arbeiten.

Die 3. Phase, die 2018 zu Ende gehen soll, sieht Entwicklung, Tests und Stationierung modernisierter SM-3-Raketen vor, um den Schutz vor Raketen mittlerer und großer Reichweite sowie vor eventuellen künftigen interkontinentalen ballistischen Raketen zu vervollkommnen.

Quelle : http://de.rian.ru