Gaddafi-Tochter klagt gegen NATO wegen Kriegsverbrechen

BRÜSSEL – Aischa Gaddafi hat am Dienstag vor der belgischen Justiz Klage gegen die NATO wegen Kriegsverbrechen eingereicht.

Einer ihrer Anwälte, Luc Brossollet, sagte nach Einreichung der Klage vor der Brüsseler und der belgischen Staatsanwaltschaft,
die Entscheidung der Militärallianz,
ein Zivilgebäude in der libyschen Hauptstadt Tripolis anzugreifen, sei ein Kriegsverbrechen.
Die Klage richtet sich gegen den Luftangriff der NATO auf Tripolis vom 30. April. Dabei waren nach libyschen Angaben Gaddafis jüngster Sohn, der 29-jährige Seif el Arab, drei seiner Enkelkinder im Alter zwischen vier Monaten und zwei Jahren sowie Freunde und Nachbarn getötet worden.

Die Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrats ermächtige die NATO, „alle notwendigen Maßnahmen“ zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen zu ergreifen, sagte ein weiterer Anwalt der Gaddafi Tochter, Jean-Charles Tchikaya.
Aber selbst im Kriegsfall dürften Zivilisten keine Ziele sein. Das angegriffene Wohnhaus sei außerdem weder eine Militäreinrichtung noch ein Kommandoposten gewesen, heißt es in der Klageschrift. Aischa Gaddafi habe als Mutter ihres viermonatigen Kindes, als Tante der beiden zweijährigen Kinder und als Schwester von Seif el Arab erheblichen Schaden erlitten.

‚Gezielter und absichtlicher Angriff‘

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