16 Jun 2011, written by Alexander Benesch 3 Comments

Der linke Arm der Bilderberg-Propagandamaschine steuert Ellsberg und Assange

Kürzlich wurden die bislang unter Verschluss gehaltenen Teile der sogenannten Pentagon-Papiere von der Geheimhaltung befreit und veröffentlicht; eine interne Analyse des Vietnam-Debakels aus der Sicht der US-Regierung, in Auftrag gegeben vom damaligen US-Verteidigungsminister McNamara.

Der ehemalige Offizier des US Marine Corps und Harvard/Cambridge-Akademiker Daniel Ellsberg wurde in den 1970er Jahren zum Synonym des Whistleblowers nachdem er als Mitarbeiter von RAND den Bericht in Auszügen kopierte und das Material weiterleitete an die New York Times und weitere große Blätter. Nicht nur die Kennedy- und Johnson-Administrationen wurden dadurch bis auf die Knochen blamiert, auch Präsident Nixon geriet ins Wanken. Die Pentagon-Papiere berichteten kaum wirklich Neues und schoben den schwarzen Peter hauptsächlich Kennedy und der Army zu, während die CIA in einem vergleichsweise glanzvollen Licht präsentiert und die Vietnam-Skandale der Agency wie Operation Phoenix oder der groß angelegte Drogenschmuggel schlicht übergangen wurden. Die Bundespolizei FBI hatte sogar RAND frühzeitig vor Ellsberg und dessen Plänen gewarnt; diese Warnung wurde jedoch geflissentlich ignoriert und später lediglich als Versehen beschrieben.

War dies bereits Anlass für informierte Spekulationen über ein inszeniertes Durchsickern von Propaganda an die Öffentlichkeit, erfuhr man später von äußerst unheilvollen Verbindungen beteiligter Personen. Der Investigativjournalist und Buchautor Daniel Estulin schreibt beispielsweise in seinem Buch “Die wahre Geschichte der Bilderberger”:

“Schon sehr früh, Mitte der 1960er Jahre, hatten die Bilderberger [Henry] Kissinger die Verantwortung für eine kleine Gruppe übertragen, zu der James Schlesinger, Alexander Haig und Daniel Ellsberg gehörten. Mit ihnen arbeitete der damalige Cheftheoretiker des Instituts für Politische Studien (IPS), Noam Chosmky, zusammen.”

Diese Truppe hatte die notwendige Schlagkraft hinter sich, um die politische Landschaft maßgeblich zu beeinflussen:

“In den 1960er Jahren stampfte Kissingers Mannschaft zusammen mit Chomsky in den USA die ‘Neue Linke’ als Basisbewegung aus dem Boden, um Zwietracht und Unruhe zu stiften.”

Die inszenierte Veröffentlichung der Pentagon-Papiere setzte Nixon stark unter Druck und der Präsident war alsbald umgeben von Feinden, ohne dies in ausrechendem Maße zu realisieren. Das Royal Institute of International Affairs, eng verwandt mit der Bilderberg-Gruppe, beschloss dass Alexander Haig nach dem Staatsstreich im April 1973 nominell die Regierungsgeschäfte der Vereinigten Staaten übernehmen sollte. Haig besetzte die 100 wichtigsten Posten in Washington mit Leuten aus dem elitären Brookings Institut, ebenfalls verbunden mit Bilderberg und auch 2011 im schweizerischen St. Moritz bei der Konferenz vertreten. Nixon war weit entfernt davon, ein Präsident des Volkes zu sein, allerdings weigerte er sich u.a. immerhin, das Handelsabkommen GATT zu unterzeichnen und die Souveränität der USA weiter zu untergraben. Bilderberg-Lenker David Rockefeller sei äußerst ungehalten darüber gewesen und hätte seinen Mann Kissinger, den Berater Nixons für Nationale Sicherheit, eingespannt um den Präsidenten mit dem Watergate-Skandal endgültig Schachmatt zu setzen. Der Nachfolger Gerald Ford nahm direkt Anweisungen von Kissinger entgegen wie Gary Allen in seinem Buch “Rockefeller File” beschreibt:

“Präsident Ford gab Außenminister Henry Kissingers außenpolitischem Gesamtplan zur Errichtung einer locker geknüpften Weltregierung vor Ende der 1970er Jahre seine Zustimmung.”

Morton Halperin und Leslie Gelb nahmen seinerzeit eine wichtige Funktion ein bei dem inszenierten Skandal um die Pentagon-Papiere und Ellsberg, was ihnen einen glänzenden Karriereschub verlieh. Webster Tarpley schrieb:

“Gelb wurde zum Präsidenten des Council on Foreign Relations, während Halperin heute dem Wolfsrudel von Soros’ Stiftungen als leitender politischer Funktionär dient.”

Der sogenannte “neue Ellsberg”, Julian Assange von Wikileaks, nannte in einem Interview mit dem Belfast Telegraph nicht nur die 9/11-Aufklärungsbewegung “nervtötend” und eine “Ablenkung”, er beschrieb auch die Bilderberg-Organisation als lediglich “geringfügig verschwörerisch”. Dies entspricht exakt der Haltung von weiteren Medien-Lieblingen wie Noam Chomsky. Die von Wikileaks u.a. an die New York Times weitergereichten Afghanistan-Kriegstagebücher, die Schlachtfeldberichte aus dem Irak sowie Cablegate enthielten gerade soviel Peinliches über die US-Regierung um glaubwürdig und repräsentativ zu wirken, dennoch entschuldigte das Material in vielerlei Hinsicht den Krieg gegen den Terror und ließ den schwarzen Peter den Feinden der US-Administration wie Pakistan und dem Iran zukommen.

Vermehrt ergeben sich immer weitere Parallelen zwischen Ellsberg und Assange, ein eventueller Schauprozess diesen Winter gegen den Wikileaks-Mann und dessen Quelle Bradley Manning könnte der Bilderberg-Agenda für eine totale Kontrolle über das Internet sowie für neue Gesetze gegen Whistleblowing äußerst zuträglich sein.

Die australische Zeitung The Age berichtete kürzlich über die Enthüllung eines Gerichts in Melbourne, dass Assange 1993 aktiv mit der Polizei des Bundesstaats Victoria u.a. als technischer Berater kooperiert hatte bei Ermittlungen gegen mutmaßliche Besitzer von Kinderpornograhie. Die australische Polizei hatte Anfang der 1990er Jahre noch gegen Assange und zwei seiner Hackerkollegen der Gruppe “International Subversives” wegen zahlreicher Computerverbrechen ermittelt, die sich gegen diverse Konzerne und Regierungsbehörden wie die amerikanische NASA richteten und hunderttausende Dollars Schaden verursacht haben sollen. Die Verhaftung fand Ende 1991 statt. Überraschenderweise erhielten alle drei nach einem trotz erdrückender Beweislast nur sehr schleppend verlaufenden Verfahren 1996 nur eine geringe Geldstrafe von jeweils 2100 australischen Dollars. Die Richterin Jeanette Morrish gab nun einen Teil des Transkripts von Assanges Gerichtsverhandlung von 1996 frei , den sie einen Monat zuvor noch aus Sorge um Assanges “Sicherheit” unter besonderen Verschluss gestellt hatte. In dem betreffenden Abschnitt heißt es u.a. von Assanges Anwältin Grace Morgan, ihr Mandant hätte “Polizeibehörden Hilfe geleistet”. Als die Presse diese Information entdeckte, wurden von Seiten des Gerichts und Assanges Anwältin rasch Details nachgereicht, damit nicht der “irreführende Eindruck” entstehe, Mr. Assange sei ein Informant gewesen:

“1993, als Mr. Assange Anfang 20 war, hatte er Ermittlern von der Einheit der Victoria Police für Kindesmissbrauch Hilfe geleistet,”

so die Erklärung von Ms. Morgan.

“Mein Klient assistierte bei zwei Ermittlungen. Seine Rolle war beschränkt auf die Bereitstellung von technischer Hilfe und Unterstützung sowie die Assistierung bei der Strafverfolgung von Personen die unter Verdacht standen, Kinderporographie im Internet zu verbreiten.”

“Mr. Assanges Beteiligung war Mittte der 1990er Jahre abgeschlossen. Ihm ist nicht bekannt wie die Ermittlungen letztendlich ausgegangen sind, aber ihm ist bewusst dass seine technische Expertise von Wert gewesen war.”

“Mr. Assange erhielt keinen persönlichen Gewinn aus dieser Hilfe und war froh, in der Lage sein zu helfen.”

Richterin Morrish schien besorgt, dass man der Justiz vorwerfen könnte, ein mildes Urteil augesprochen und eine Rekrutierung Assanges als Informant verschleiert zu haben. Sie fragte:

“Wie lange würde er Bestand haben wenn er den Ruf hätte, ein Informant zu sein?”

Assanges geringe Geldstrafe wurde seinerzeit erklärt mit der Rücksicht auf dessen schwere Kindheit. Ansonsten wären 10 Jahre Haft für die fast 30 Fälle von Computerstraftaten fällig gewesen. “Verdiente” sich Assange vielmehr durch seine Kooperation mit der Polizei von Victoria und evtl. weiteren ähnlichen Tätigkeiten sein mildes Strafmaß? Hatte er sich auch bereiterklärt, amerikanische Behörden die er einst selbst via Hacking angegriffen hatte, zu unterstützen bei deren Bemühungen, Regierungsinformationen besser zu schützen? Ein Austausch via E-Mail von 1994 zwischen Julian Assange und dem Gewinner des NASA-Preises Fred Blonder ist zu finden auf der Webseite des Massachusetts Institute of Technology:

Date: Fri, 18 Nov 1994 03:59:19 +0100
From: Julian Assange <proff@suburbia.apana.org.au>
To: Fred Blonder <fred@nasirc.hq.nasa.gov>
Cc: karl@bagpuss.demon.co.uk, Quentin.Fennessy@sematech.org,
fred@nasirc.hq.nasa.gov, mcn@c3serve.c3.lanl.gov, bugtraq@fc.net
In-Reply-To: <199411171611.LAA04177@nasirc.hq.nasa.gov>

On Thu, 17 Nov 1994, Fred Blonder wrote: [EXCERPT]
> From: Julian Assange <proff@suburbia.apana.org.au>
>
> .
> Of course, to make things really interesting, we could have n files,
> comprised of n-1 setuid/setgid scripts and 1 setuid/setgid binary, with
> each script calling the next as its #! argument and the last calling the
> binary.
>
> The ‘#!’ exec-hack does not work recursively. I just tried it under SunOs 4.1.3
> It generated no diagnostics and exited with status 0, but it also didn’t execute
> the target binary….

> Proff

Assanges E-Mail an Fred Blonder wurde an eine Adresse versandt mit der Endung “nasirc.hq.nasa.gov”, also NASA. Eine Kopie wurde außerdem verschickt an Michael C. Neuman, ein Computerexperte beim Los Alamos National Laboratory (LANL) in New Mexico, eine der führenden US-Einrichtungen für nationale Sicherheit unter der Leitung des US Department of Energy. Zu dem Zeitpunkt arbeitete Fred Blonder an einem Cybersecurity-Programm namens “NASA Automated Systems Incident Response Capability” (NASIRC), für das er den NASA Group Achievement Award im Jahr 1995 gewann. In einem Artikel vom 2. Juni 1995 heißt es:

NASIRC hat das Bewusstsein der gesamten Behörde über ernsthafte, wachsende Bedrohungen für NASAs Computer/Netzwerksysteme bedeutsam erhöht via anhaltenden Briefings und tiefgreifenden Workshop-Sessions sowie Komnunikation und Kooperation im Hinblick auf das schnelle und unmittelbare Austauschen von Informationen über Vorfälle, Werkzeuge und Techniken.

(Valerie L. Thomas, “NASIRC Receives NASA Group Award”, National Space Science Data Center, June 2, 1995)

Besteht eine Beziehung zwischen Assanges Verurteilung wegen Hacking und diesem E-Mail-Austausch? Kollaborierte er mit diesen Organisationen? Assange bringt seinen Gegenüber beispielsweise auf den neuesten Stand seiner Arbeit und bezieht sich auf “andere Plattformen die ich noch nicht getestet habe,” was darauf hindeutet dass er mit dem NASA-Mitarbeiter zusammengearbeitet hat.

Quelle : http://infokrieg.tv