Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich türkische und israelische Vertreter getroffen, um die angeschlagenen Beziehungen ihrer beiden Länder zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Absage einer Teilnahme an der Gaza Flotilla durch die Türkei in einem anderen Licht.

Die türkische Mavi Marmara war das führende Schiff der letztjährigen Gaza Flotilla. Dieses Jahr wird es nicht an der Flotilla teilnehmen (Foto: ddp images/AP)Die türkische Mavi Marmara war das führende Schiff der letztjährigen internationalen Gaza Flotilla. Dieses Jahr wird es nicht an der Flotilla teilnehmen (Foto: ddp images/AP)

Vertreter Israels und der Türkei haben sich zu heimlichen Gesprächen getroffen um die diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern zu lösen. Die USA unterstützen die Verhandlungen. Die Gespräche werden von einem Stellvertreter von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und dem Unterstaatssekretär des türkischen Außenministeriums, Feridun Sinirlioglu, geführt, der die Beziehungen zu Israel wieder verbessern will.

Zusätzlich gab es Gespräche zwischen dem israelischen Vertreter des UN Untersuchungskomitees zur letztjährigen internationalen Gaza Flotilla, Yosef Ciechanover, und dem türkischen Vertreter, Ozdem Sanberk. Die beiden haben Monate lang zusammen gearbeitet und zwischen Israel und der Türkei vermittelt, um die Krise zu beenden. Die USA haben außerdem Gespräche mit türkischen Vertretern geführt, hauptsächlich um die Flotilla nach Gaza diesen Monat zu verhindern, aber auch um die Beziehungen mit Israel zu verbessern.

Am vergangenen Samstag sprach US-Außenministerin Hillary Clinton mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu und drückte ihre Zufriedenheit über die Mitteilung der türkischen humanitären Hilfsorganisation IHH aus, die besagte, dass das Schiff Mavi Marmara nicht an der anstehenden Flotilla nach Gaza teilnehmen werde. Am vergangenen Donnerstag  hatte Netanyahu ein Meeting mit einer Reihe Minister einberufen, um die Flotilla und die Beziehungen zur Türkei zu besprechen. Die Hauptfrage dabei war, ob Israel sich bei der Türkei entschuldigen oder lediglich sein Bedauern ausdrücken solle – und ob die türkischen Familien, deren Angehörige durch den Überfall Israels letztes Jahr getötet wurden, Klage erheben würden.

Israelische Seekommandos hatten am 31. Mai 2010 die Flotilla von Schiffen mit Hilfsgütern und pro-palästinensischen Aktivisten angegriffen und neun Passagiere getötet. Dies hatte international für Empörung gesorgt und eine diplomatische Krise ausgelöst.

Quelle : http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de