Es wäre so schön, wenn die Schlagzeile des Statistischen Bundesamts von gestern zu den Bruttoverdiensten im 1. Quartal die ganze Wahrheit wäre und auch der folgende Text in der Pressemitteilung:

„Der Anstieg der Reallöhne ist der zweithöchste seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008. Die Nominallöhne wuchsen so stark wie noch nie in diesem Zeitraum.“

Doch im Kleingedruckten zeigt sich dann die Irreführung. Die Zahlen sind einfach nicht mit der Vorperiode vergleichbar. Im Verarbeitenden Gewerbe ist die bezahlte Arbeitszeit vor allem durch Abbau von Kurzarbeit um 3 % gestiegen. Pro Arbeitszeit war es also ein Rückgang an Bruttoverdienst. Ansonsten haben Sonderzahlungen die Statistik verfälscht. Und im Bauhauptgewerbe war der Winter milder als in der Vorjahresperiode. Warum dann solch irreführenden Schlagzeilen?

Die sind offensichtlich für faule Journalisten, wie von SPIEGEL-online, der heute dazu schreibt:

„Die deutschen Unternehmen feiern den Turbo-Aufschwung und geben ihre Gewinne zum Teil weiter: Arbeitnehmer in Deutschland haben im ersten Quartal zwei Prozent mehr Lohn und Gehalt bezogen.“

Die Wahrheit ist: In der gewerblichen Wirtschaft lag das kaufpreisbereinigte Entgelt für die Periode Januar bis März pro Arbeitsstunde um 1,3 % unter dem Vorjahreswert (Abb. 17090).

 Quelle : http://www.jjahnke.net