Schwulenparade in Moskau

Schwulenparade in Moskau

© RIA Novosti. Andrey Stenin

14:24 23/06/2011
MOSKAU, 23. Juni (RIA Novosti).

Gegen eine rechtliche Verankerung von Sanktionen und Einschränkungen für „Personen, die gleichgeschlechtlichen Eheschließungen nicht als eine Norm anerkennen wollen“, hat sich Igumen Filipp, Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Gemeinde in Straßburg und Vertreter des Moskauer Patriarchats beim EU-Parlament, ausgesprochen.

„Die internationalen Organisationen sollten damit aufhören, Dokumente anzunehmen, in denen Menschen, die der Homosexualität gegenüber kritisch eingestellt sind, als homophob und ihre Ansichten als ‚Klischees’ und ‚Vorurteile’ abgestempelt werden“, sagte er in einem Gespräch mit RIA Novosti.

Auf der Webseite der von Igumen Philipp geleiteten Kirchenvertretung in Straßburg veröffentlichten russische Juristen kürzlich einen Bericht, in dem sie ihre Sorge über die „einseitige Position“ gewisser Vertreter internationaler Organisationen äußerten, denen „eine Verabsolutierung der Rechte und Interessen der Homosexuellen zu Grunde liegt“, und die kritische Gesichtspunkte zu dieser Erscheinung angeblich als „soziale Anomalie“ ablehnen.

Man habe sich bereits daran gewöhnt, so der Geistliche, dass bei der Erwähnung von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung Verletzungen von Rechten von Menschen gemeint sind, die gleichgeschlechtliche Beziehungen praktizieren. „Diskriminiert werden können aber auch Menschen, die Heterosexualität als Norm und Homosexualität als eine Abweichung von der Norm betrachten“, betonte er.

Christentum, Islam, Judaismus und viele andere Religionen „definieren Homosexualität als eine Sünde“, stellte er fest.

Auf Gay-Paraden angesprochen, äußerte Igumen Filipp, dies sei „eine öffentliche Show, deren Ziel in der Durchsetzung eines positiven Images der Homosexualität in der Gesellschaft besteht“. „Es wäre aus moralischen Überlegungen genauso falsch, auf zentralen Straßen öffentliche Umzüge zwecks der Demonstration der Heterosexualität zu gestatten“. „Hier müssen die Homo- und die Heterosexuellen gleichberechtigt sein“, so der Geistliche.

Russland sei nicht verpflichtet, Gay-Paraden zu erlauben, selbst nachdem sich das Europäische Gericht für Menschenrechte im Oktober 2010 für diese eingesetzt habe. „Es ist alles nicht so einfach. So hat Deutschland beispielsweise bereits mehrmals erklärt, es werde Beschlüsse des Europäischen Gerichts für Menschenrechte nicht einhalten, die der öffentlichen Ordnung des Staates widersprechen. Als souveräner Staat kann die Russische Föderation auf die gleiche Weise handeln. Ich bin sicher, dass unsere Öffentlichkeit die Regierung in diesem Punkt unterstützen wird.“

Damit nahm der russische Geistliche unter anderem Stellung zu einem Bericht von Thomas Hammarberg, Menschenrechtskommissar des Europarates, zum Thema „Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität in Europa“, der für die Sommertagung der Parlamentarischen Versammlung vorgestellt werden soll, und zu einer diese Woche unterzeichneten Erklärung einer Gruppe von Abgeordneten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, in der das Verbot der Gay-Parade in Moskau kritisiert wird.

Quelle : http://de.rian.ru

Jetzt muss ich tatsächlich so einem Kirchenheini auch noch Recht geben !!!